So werden Kartoffeln angebaut

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  • Allgemeines
  • Standort & Boden
  • Aussaat & Pflanzung
  • Pflege & Düngung
  • Ernte
  • Aufbewahrung
  • Nährstoffe

Allgemeines

Kartoffeln werden oft als Erdäpfel bezeichnet und gehören, wie Tomaten und Paprika, zur Familie der Nachtschattengewächse. Unter Kartoffel, verstehen die meisten die essbare unterirdische Wurzelknolle. In Deutschland wurden die ersten Kartoffeln etwa gegen 1590 angebaut und zu dem Zeitpunkt war noch nicht jedem klar, dass die unterirdischen Knollen essbar sind. Der Anbau erfolgte oft nur Aufgrund ihrer zarten Blüte. In der heutigen Zeit sind die Kartoffeln für uns deutsche nicht mehr von den Tellern wegzudenken.

Standort & Boden

Der Anbau der Kartoffeln erfolgt auf leichten bis mittelschweren, tiefgründigen Böden ohne Staunässe. Auf kargen Böden lassen sich die Erdäpfel zwar auch anbauen, doch die Erträge fallen auf den kargen Böden geringer aus. Idealerweise liegt das Gemüsebeet sonnig und die Beete sollte mit Mist und Kompost angereichert werden.

I was just shooting some plants in my grandma´s garden in Germany

Photo by Lukas Langrock / Unsplash

Aussaat & Pflanzung

Kartoffeln können gepflanzt oder ausgesät werden. Beim Aussäen der Kartoffeln sollte man beachten, dass die Sämlinge nicht mehr der Mutterpflanze entsprechen und neue Formen oder Farben auftreten können.

Es ist viel gängiger, die Kartoffeln zu pflanzen. Dabei spielt die Region eine wichtige Rolle beim Zeitpunkt wann gesetzt wird. In milden Regionen werden frühe Sorten bereits ab Anfang April gesetzt, wohingegen in Bergregionen Anfang Mai ein guter Zeitpunkt ist. Kartoffel sind Starkzehrer Pflanzen, die bodenverbessernd wirken und sich gut als erste Kultur auf Flächen eignen.

  • Saattiefe: 8 - 10 cm
  • Reihenabstand: 30 - 35 cm
  • Auspflanzen ins Beet: April bis Mai
  • Kulturdauer/Erntereif: etwa 4-5 Monate ab Pflanzung

Pflege

Man sollte Kartoffeln regelmäßig hacken und anhäufen. Dies sollte spätestens nach zwei bis drei Wochen, wenn sich das erste Grün im Beet zeigt, erfolgen. So stellt man sicher, dass der Boden locker, unkrautfrei ist und sich viele dicke Knollen bilden können. Alternativ kann man die Knollen mit einer 20cm dicken Mulchschicht bedeckt werden, um die Mikroorganismen zu fördern.

Sobald die Knollenbildung beginnt, sollte man die Knollen morgens reichlich gießen. Damit verringert man das Risiko der Krautfäule.

Ernte

Nach etwa drei Monaten nach dem Pflanzen, können die Kartoffeln geerntet werden. Dies erfolgt in Ihrer natürlichen Ruhepause zwischen Juni und Anfang Juli bei Frühen Sorten.

An einem sonnigen, trockenen Tag kann man testweise eine Staude ausgraben und schauen, ob die Kartoffelschale abriebfest und ausgereift ist. Sollte sich die Knolle leicht von den Sprossen des Krauts lösen, dann sollten Sie mit der Ernte nicht länger warten.

Heben Sie die Pflanze mit einer Grabegabel oder einem Spaten an und ziehen Sie sie mit der Knolle aus der Erde und verwerten Sie die Kartoffel zeitnah. Es gibt auch Lagerfähige Spätsorten, die erst geerntet werden, wenn sie von einer dünnen Korkschicht umgeben sind.

Aus 1kg Saatkartoffeln kann man ungefähr 10kg ernten.

Hinweis: Durch die Sonneneinstrahlung können grüne Stellen an den Kartoffeln entstehen, welche giftiges Solanin enthalten kann. Grüne Kartoffeln sollte man daher sicherheitshalbe aussortieren und nicht verzehren.

Aufbewahrung

Wenn man Kartoffeln lagern möchte, dann sollte man die Kartoffeln an einem trockenen Tag ernten und anschließen ein paar Stunden in der Sonne nachtrocknen lassen. In dem Schritt kann man zu kleine, fleckige oder beschädigte Knollen direkt aussortieren.

Die ideale Lagerung von Kartoffeln sollte im kühlen und trockenen erfolgen. Dafür eignet sich ein Vorratsraum oder ein Keller. Eine wärmere Lagerung fördert den Abbau von Vitamin C und begünstigt die Keimbildung. Temperaturen null Grad Celsius sollten auch gemieden werden, da die enthaltene Stärke zu Zucker umgewandelt wird und die Kartoffeln unangenehm süß werden.

Selbst bei optimalen Bedingungen kommt es immer wieder vor, dass die Knollen faulen. Daher empfiehlt es sich regelmäßig die Knollen zu prüfen und in mehreren luftigen Lattenkisten zu lagern. Auf Plastikgefäßen oder dichte Behälter sollte man verzichten, da diese eine Schimmelbildung fördern.

UKRAINE. Kiev. 2019. Auchan.

Photo by Марьян Блан | @marjanblan / Unsplash

Nährstoffe

Kartoffeln sind reich an wichtigen Inhaltsstoffen und haben zu Unrecht einen Ruf als Dickmacher. Denn erst durch die Zubereitung mit viel Fett macht sie zu diesen.

  • Kartoffeln liefern hochwertiges Eiweiß mit hohem Anteil an essentiellen Aminosäuren
  • Enthalten viele Vitamine und vor allem Vitamin C
  • Ballaststoffe, die die Verdauung anregt und einen langanhaltenden Sättigungseffekt erzeugt
  • Enthalten nur 0,1 Prozent Fett