Regional einkaufen: Was sind die Vorteile?

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Immer mehr Menschen konsumieren bewusster und bevorzugen regionale Produkte. Doch sind es wirklich alles regionale Produkte, die als solches beworben werden? Wir zeigen euch, wie man es erkennt und die Vorteile sind.

Was versteht man unter dem Begriff: regionale Lebensmittel?

Echte regionale Lebensmittel sind aus der angegeben Region stammende Lebensmittel, die dort komplett verarbeitet, verpackt und vertrieben werden. Dieser Begriff ist allerdings gesetzlich nicht geregelt und wird oft von Anbietern nach eigenen Regeln definiert.

Als Basis für eine Definition der Region, wird oft eine Umschreibung aus der Geografie benutzt, die besagt, dass eine Region kleiner als ein Nationalstaat und größer als eine Kommune ist.

An diesen drei Hauptkriterien kann man sich richten

  • Geographische Grenzen
  • Anteil der regionalen Inhaltsstoffe
  • Regionale Wertschöpfung

Fresh Veggies

Photo by Peter Wendt / Unsplash


Gründe für regionale Lebensmittel

Warum sollte man regionale Produkte bevorzugen? Es gibt viele Gründe, regionale Lebensmittel zu kaufen.

Umweltschonend

Durch kurze Transportwege wird der Verkehr auf den Straßen reduziert und somit weniger Luftschadstoffe ausgestoßen. Man kann also aktiv den CO2-Ausstoß positiv beeinflussen.

Geschmack

Durch die volle Reifung auf freien Feldern, können die Pflanzen erntefrisch verkauft werden. Der Geschmack ist besonders aromatisch.

Nährstoffe

Obst und Gemüse kann sein vollständiges Nährstoffprofil entwickeln, wenn es vollständig gereift ist. Importware, die vom anderen Ende der Welt importiert wird, wird vorzeitig vom Stamm getrennt und die Entwicklung der Nährstoffe unterbrochen.

Günstig

Im Preis oft günstiger als Importware.

Qualität

Im Vergleich zu Importware, obliegen in Deutschland angebaute oder hergestellte Lebensmitteln strengeren, gesetzlich festgelegten Regularien (an dieser Stelle bezogen auf Pestizide, Dünger etc.)

Transparent

Bei den regionalen Betrieben kann man oft sehen, wie die Lebensmittel erzeugt werden. Es findet ein direkter Kontakt zwischen Erzeuger und Verbraucher statt.

Stärkung der Region

Es wird die Gemeinschaft und die regionale Wirtschaft gestärkt. Zusätzlich werden Arbeitsplätze gesichert.

Einkaufsmöglichkeiten für regionale Lebensmittel

Fruit & Veg Market, Split, Croatia

Photo by Andrew Buchanan / Unsplash

Direktvermarktung und Wochenmark

Im Hofladen, auf dem Wochenmarkt oder in Bauernläden direkt beim Erzeuger zu kaufen, ist natürlich der transparenteste Weg. Viele Produkte stammen dabei direkt vom Hof oder von Partnerhöfen aus der Nähe. Darüberhinaus kann der Erzeuger oder Händler Auskunft über die Herkunft und die Produktion der Produkte geben.

Bei Obst und Gemüse kriegt man hier auch nicht „perfekt“ geformte Produkte, die vom Lebensmitteleinzelhandel oft abgelehnt werden. Diese schmecken allerdings nicht schlechter und der Landwirt muss diese dann auch nicht vernichten.

Bioladen, Supermarkt und Discounter

In vielen Bioläden findet man Lebensmittel aus der Region. Neben frischem Obst und Gemüse sind es vor allem Milch und Milchprodukte. Auch Supermärkte bieten regionales Fleisch, regional erzeugten Honig und frisches Obst und Gemüse an. Doch hier ist Vorsicht geboten und man sollte genauer hinsehen.

SoLaWi/Genossenschaftsläden

In einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) tragen mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs. Alle Wirtschaftlichen Gewinne und Verluste sowie die Ernte werden dabei geteilt.


Sind regionale Lebensmittel gesünder?

Regional angebautes und saisonal geerntetes Obst und Gemüse, verfügen nicht nur über einen besseren Geschmack, sondern sind auch reichhaltig an Inhaltsstoffen. Das Obst und Gemüse kann nämlich auf freien Feldern ausreifen und Aromen sowie gesunde Inhaltsstoffe entwickeln.

So erkennst du regionale Lebensmittel

Regionalfenster

Seit 2014 gibt es mit dem Regionalfenster, eine bundesweit einheitliche Kennzeichnung, mit der die Hersteller ihre regionalen Produkte freiwillig auszeichnen können. Das Regionalfenster wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium und seitdem von der Regionalfenster Service GmbH vergeben und von unabhängigen Stellen über alle Stufen regelmäßig kontrolliert.

Die Kennzeichnung gibt Auskunft darüber, woher die Hauptzutaten des Produktes stammen, wo es abgepackt wurde und wo es verarbeitet wurde. Bei verarbeitete Produkte wird zusätzlich der Anteil regionaler Rohstoffe vom Gesamtprodukt ausgewiesen.

Leider ist auch beim Regionalfenster der Begriff „Region“ nicht klar definiert und kann zum Beispiel ganz Süddeutschland beinhalten. Es bietet also keine Garantie, dass es sich um ein regionales Produkt handelt. Eine gute Orientierungshilfe ist es aber dennoch.

Eiercode

Eier zum Beispiel werden mit einem Code gekennzeichnet, welcher Auskunft über die Haltungsform, Erzeugerland und Legebetriebsnummer gibt.

Ein Code sieht z.B so aus: 0-DE-1234567

Die erste Ziffer steht dabei für die Haltungsform:

0 - Biohaltung, 1 - Freilandhaltung, 2 - Bodenhaltung

Dann folgt das Herkunftsland z.B. DE für Deutschland, NL für Niederlande, DK für Dänemark etc.

Mehr informationen zum KAT-Kennzeichnungssystem findet man hier: www.was-steht-auf-dem-ei.de


Fazit

Einige regional angebaute Gemüsearten finde ich sogar im nächsten Supermarkt. Aber manchmal muss man genau hinschauen und vielleicht auch nachfragen. Das erfordert Zeit, beim Einkaufen und beim Supermarktpersonal. Ich freue mich heute jedenfalls über meinen regionalen Salat, den ich mit regionalen Möhren und Tomaten mische. Vielleicht ernte ich auch noch ein bisschen Rucola auf meinem Balkon.